Nina & Andrej Pejic bei "Das Perfekte Model"

Nina & Andrej Pejic bei “Das Perfekte Model”

Nina Park, Make-up Artist

Es gibt einige Menschen, für die das Thema Schönheit eine solch wichtige Rolle im Leben spielt, dass sie die Entscheidung treffen, in diesem Bereich beruflich tätig zu werden. Nina Park ist eine davon. Sie hat es mit Talent und Fleiß geschafft in dem hart umkämpften Business Fuß zu fassen. Als Make-up Artist ist sie weltweit unterwegs und verschönert Gesichter von Prominenten und Models wie Coco Rocha oder Karolina Kurkova. Sie hat schon bei Drehs von Germany´s Next Topmodel Hand angelegt und ist für das makellose Make-up bei den Schwarzkopft TV-Spots verantwortlich. Ich traf die sympathischen Make-up Artistin in Berlin und sprach mit ihr über ihren Werdegang, das Beauty-Business und ihre Lieblingsprodukte.

„Ich wusste schon immer, dass ich etwas Kreatives machen möchte. Ich erhielt das Angebot in der Kostümabteilung eines Musicals anzufangen, aber bin dort schliesslich doch als Quereinsteigerin zur Maske gekommen, wo ich die Möglichkeit bekam das Handwerk des Make-up-Artist von der Pieke auf zu erlernen. Später wechselte ich in das andere Musical “Tabaluga & Lilly” von Peter Maffay, wo ich sogar nach einem halben Jahr direkt zur Chefmaskenbildnerin wurde. Nachdem der Vertrag im Musical zu Ende war, wechselte ich zu MAC Cosmetics. Während dieser Zeit habe ich bei verschiedenen Events, Shows und Shootings mitgewirkt und mein Portfolio immer weiter ausgebaut.

Es war wahrscheinlich Schicksal, dass ich irgendwann Armin Morbach kennenlernte. Wir lernten uns damals in der ersten Germany´s Next Topmodel Staffel kennen und er holte mich letztenendes in seine eigene Künsleragentur “Ballsaal” nach Hamburg. Anfangs zögerte ich etwas, mich von meiner damaligen münchener Agentur zu trennen, aber im Nachhinein war der Wechsel zu Ballsaal die richtige Entscheidung. Für mich hat Armin ein modernes Auge und ist sehr produktiv, was er durch sein Magazin “Tush” immer wieder unter Beweiss stellt. Die gemeinsame Arbeit mit ihm und anderen Kollegen, gab mir den Ansporn und kreative Denkanstöße um meine Arbeiten zu verbessern. In diesem Beruf muss man sich immer weiter entwickeln und neue Erfahrungen sammeln. Das kann man oft nur schaffen, wenn man seinen Horizont erweitert, das gewohnte Umfeld verlässt, immer neue Jobs bzw. Herauforderugen annimmt und mit sehr guten Fotografen und Stylisten arbeitet. Das motiviert enorm und gibt den Ansporn, immer besser zu werden.

Das Business ist wahnsinnig schnelllebig. Es hält nur kurz an und geht weiter. Die Jobs kommen und gehen, und man muss immer das Beste geben. Wenn das Team toll ist, macht mir persönlich jede Art von Produktion Spaß. Wenn man länger miteinander arbeitet, kennt man die Handschrift des anderen genau. Oft besteht das Team aber aus vollkommen fremden Menschen, auf die man sich einstellen muss. Das Schminken ist sowieso etwas sehr intimes, man kommt fremden Menschen ganz schnell nah. Umso wichtiger ist es, dass man mit allen immer professionell umgeht, egal wie oft oder wie lange man mit jemandem schon gearbeitet hat. Das Endprodukt hängt vom ganzen Team ab und die Erwartungen des Kunden müssen erfüllt werden. Man versucht sich immer auf das Produkt zu konzentrieren, auf die Wünsche einzugehen und diese am Model so gut wie möglich umzusetzen. Bei Werbekampagnen für z.B. Cremes, ist meist ein ganz natürlicher Look mit makelloser Haut gefragt. Das ist etwas vollkommen anderes als die Arbeit für ein Fashion-Magazin. Da bleibt die Kreativität ein wenig auf der Strecke, weil einfach andere Sachen gefragt sind. Das macht aber nichts, denn das macht die Arbeit so interessant und abwechslungsreich.

Backstage bei Germany's Next Topmodel Finale

Backstage bei Germany’s Next Topmodel Finale

Das Schminken ist irgendwas zwischen Handarbeit und Kopfarbeit, es entwickelt sich quasi von selbst. Inspiration ist bei der Arbeit immer sehr wichtig. Ob auf Reisen, in der Natur oder beim Musikvideos gucken – alles kann mich inspirieren. Wenn ich etwas sehr schön finde, kommen die Bilder irgendwann bei der Arbeit auf. Die Idee, die ich vor kurzem noch irgendwo gesehen habe, scheint in dem Augenblick perfekt und ich versuche sie umzusetzen.

Ich finde, dass die Deutschen Frauen beim Make-up viel mutiger geworden sind. Es kommt natürlich auch auf die Stadt an – in Hamburg ist es eher geradlinig, in Berlin hingegen ist alles erlaubt. Im Moment wird sehr viel roter Lippenstift getragen, aber auch Nagellack in den verschiedensten Farben. Vor allem Frauen, die sich dezenter schminken, setzten dadurch gerne einen Akzent und machen auf sich aufmerksam.

Beauty Favoriten:

Viele, vor allem jüngere Mädchen, wollen toll aussehen und legen viel Wert auf Make-up. Dabei vergessen sie, dass das ganze bei der Gesichtspflege anfängt. Es geht sowieso um den ganzen Kreislauf – die Lebensweise, die Gewohnheiten und die Pflege – das alles zeichnet sich auf der Haut ab. Das Make-up soll die Schönheit hervorheben und die eigene Natürlichkeit nur unterstreichen. Wenn sich jemand in der eigenen Haut wohl fühlt und zufrieden ist, strahlt er das auch aus.

Was die Pflege angeht, bin ich ein Fan der Crème de la Mer, die perfekt für  meine sensitive Haut ist. Eine etwas günstigere Alternative, ist die ZZ Creme von Annemarie Borlind. Sie gibt der Haut genau die Feuchtigkeit, die sie braucht und irritiert sie nicht. Ich versuche tagsüber viel Flüssigkeit zu trinken, mich gesund zu ernähren und so viel Schlaf wie möglich zu bekommen. Einmal pro Woche benutze ich das Caudalie Peeling und entferne damit tote Hautschüppchen. Das macht die Haut schön weich und glatt. Danach trage eine Maske auf, z.B. die Algenmaske von Kiehl’s. Ganz wichtig ist es, das tagsüber aufgetragene Make-up zu entfernen, und die Haut atmen zu lassen. Dazu verwende ich gerne den Bioderma Make-up Entferner, weil er die Haut nicht irritiert und einen tollen Job macht.

Für ein Tages-Make-up sollten folgende Beauty-Produkte auf keinen Fall fehlen: Conceiler, Mascara und Rouge. Ich arbeite sehr viel mit cremigen Produkten. Sie verschmelzen sehr schön mit der Haut und die Gesichtsform lässt sich damit sehr gut modellieren. Ich liebe die Produkte von Skin Food, sie werden aber leider nur auf dem asiatischen Markt vertrieben. Eine gute alternative sind die Creme Rouges von Bobbi Brown oder MAC. Neon-stichige Töne finde ich schön, weil sie viel frische geben. Das Rouge kann mit dem Pinsel aufgetragen werden, das geht ganz einfach. Das gleiche gilt für Conceiler. Ich arbeite gerne mit dem von Bobbi Brown. Er hat eine sehr weiche Textur und man braucht davon nur sehr wenig. Ich trage ihn erst mit einem Pinsel präzise unter dem Wimpernkranz auf und arbeite ihn dann vorsichtig ein. Augenringe und kleine Schatten verschwinden so sofort. Um einen noch natürlicheren Effekt zu erzielen, arbeite ich mit den Fingern oder benutzte den Beauty Blender.

Früher habe ich viel mit Lipgloss gearbeitet. Im Moment setzte ich mehr auf Lippenpflege und verschiedene Lippenstifte. Den Ton passe ich immer dem Augen Make-up an. Dieses Jahr darf es gleichzeitig viel auf den Lippen und auf den Augen sein. Wenn das Augen Make-up stärker ist, dürfen die Lippen gerne matt sein. Solche Lippenstifte sind in jeder Preisklasse zu bekommen. Russian Red von MAC ist z.B. ein Klassiker und sieht einfach immer gut aus.

Als Make-up Artist besitze ich natürlich viele unterschiedliche Pinsel. Ich könnte mich nicht für einen Favoriten entscheiden. Jeder hat eine andere Ausführung, ich erziele also mit jedem eine eigene Handschrift. Qualität ist mir sehr wichtig und generell bin ich der Meinung, dass man für einen Pinsel schon ein bisschen mehr ausgeben sollte, denn es ist ja auch eine langfristig gute Investition. Denn wenn man gut mit ihnen umgeht, sind sie langlebig. Das gilt übrigens für alle Make-up Produkte und Tools.

Als Asiatin brauche ich einfach einen Effekt und betone meistens meine Augen. Den MAC Liquid Eyeliner finde ich genial. Er hält wirklich sehr gut und hat einen dünnen Pinsel, mit dem man exakt arbeiten kann. Wenn man ihn immer gut und vorsichtig verschließt, hält er auch lange. Es gibt verschiedene Mascara, die ich toll finde, wobei die Bürste entscheidend ist. Bei MAC gibt es gute, ich bin aber auch ein großer Fan des Lorac Visual Effects Mascara. Er gibt viel Volumen, lässt sich gut aufbauen und bröckelt nicht. Die 3D Bürsten sorgen für einen sehr starken Effekt. Auch mit dem Maybelline Volume and Define Mascara kann man die Augen sehr schön definieren.

Für Fotoshootings benutzte ich gerne die Shu Uemura BB Cream. Sie ist für mich die neuartige Version der Foundation. Sehr leicht und dünn wie Tagespflege. Ich vermische sie manchmal noch mit einer Feuchtigkeitspflege, dann wird die Konsistenz noch dünner. Die Armani Foundation nehme ich lieber bei Make-up für den Roten Teppich. Sie macht eine perfekt natürlich aussehende Haut, deckt gut und hält lange. Wenn man noch zusätzliche Deckkraft an gewissen Stellen braucht, kann man immer mit einem Conceiler arbeiten. Zum Finish nehme ich meist sehr wenig vom MAC Mineralize Skinfinish Puder. Es macht das Gesicht schön strahlend und nicht zu matt. Einen gesunden Glanz auf der Haut finde ich wunderschön.“

Fotos: Nina Park Privatarchiv, Lookspire

 
 
 

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